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Kurz und gut |
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| von Claudia Jerusalem-Groenewald |
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Pünktlich
zum Jahreswechsel hat das Berliner Zeichner-und Verlegertrio Moga
Mobo eine neue Ausgabe ihres gleichnamigen Comicmagazins publiziert.
Verpackt in zehn Einzelhefte beleuchtet "10 Wege zum
Glück" Themen wie "Sex", "Auto", "Liebe", "Gesundheit" oder "Karriere".
Pro Heft haben jeweils zwei Zeichner, darunter Dice Industries, Jens Harder,
Hunt Emerson, Titus und Bellstorf, ihre Interpretationen zu Papier gebracht
und zeigen mögliche Wege zum vermeintlichen Glück. |
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Ebenfalls
aus Berlin kommt die neue Comic-Heft-Serie "Teufel
und Pistolen". Monatlich veröffentlicht der Kleinstverlag Berlin
Comix auf jeweils 30 Seiten "Abenteuer für Jungen" - eine Kategorisierung,
von der sich das weibliche Publikum nicht abschrecken lassen sollte. Die
Macher der Reihe - Fil, Naatz, Andreas Michalke und Mawil warten mit Geschichten
auf und ergänzen ihr Hosentaschen-Magazin mit Gastbeiträgen und Rätselspässen.
Alles in Allem eine runde Sache für einen verschwindend geringen Preis
von einem Euro! |
"Teufel
und Pistolen", je 30 Seiten, schwarzweiss, geheftet, DIN A6. Berlin Comix,
je Euro 1.- Berlin Comix, Kastanienallee 77, D-10435 Berlin, www.berlincomix.de |
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Eher zufällig brachte Patrick Wirbeleit jene Katze zu Papier, die in seiner neuesten Veröffentlichung "The Cat" die Suche nach der Sonne antritt. Auf ihrem Weg begegnet sie allerlei Getier: einer Maus, die kurzerhand verspeist wird, oder einer Ente, die ihre Reise begleitet. Eines der Katzenbeine muss als Bezahlung an einen Hund herhalten - nicht das einzige bizarre Erlebnis, dem die Katze ausgesetzt ist. Mit einfachem schwarzweissen Strich gezeichnet und ganz ohne Worte hat Patrick Wirbeleit eine kleine, spannende Geschichte geschaffen, die trotz der Unwegsamkeiten ein gutes Ende findet. Das Abenteuer hat der norddeutsche Künstler im Eigenverlag Herrimans herausgegeben, in dem er und sein Kollege Volker Sponholz seit 2001 ihre meist experimentellen Bildgeschichten der öffentlichkeit zugänglich machen. |
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Der
junge Komponist Titus von Götheborg ist Protagonist
der wortlosen Einseiter, die Ulf K. für die "Neue Musikzeitung" gezeichnet
hat. In der Fachzeitschrift zwischen März 2001 und Juli 2002 erschienen,
erzählen die poetischen Strips von Götheborgs leicht surrealen Träumen
und kurzen, verwirrenden Alltagsbegegnungen. Voraussichtlich weniger poetisch,
dafür aber mit Sicherheit aufregender wird die Pornosammlung, die Ulf
K. gemeinsam mit Reinhard Kleist zum Erlanger Comicsalon herausbringt.
Auf rund 80 Seiten lassen die beiden nicht nur Zeichnerkollegen wie Frank
Schmolke, Nicolas Mahler, Naomi Fearn und Ralf König auf das Thema "Sex"
los, sondern bringen auch selbst Erotik zu Papier. Wesentliches Auswahlkriterium
ist die Heftig- und Deftigkeit der Geschichten. Hier geht es nicht um
erotische Bildchen, sondern um knallharten Sex! |
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Dass
die japanische Comic-Kultur nicht nur Geschichten für jugendliche
Leser bereit hält, zeigt sich gut an zwei sehr unterschiedlichen
Werken, die unlängst für ein westliches Publikum zugänglich
gemacht wurden. Zum Einen hat sich nun auch der Berliner Verlag Reprodukt
der Veröffentlichung japanischer Bildergeschichten angenommen und
sein Manga-Programm mit Suehiro Maruos 240 Seiten starkem Band
"Warau Kyuketsuki - Der lachende Vampir" eröffnet. Diese krude
Vampirgeschichte des in Japan renommierten Zeichners erzählt in eindringlichen,
teils abschreckenden Bildern die Liebesgeschichte des jungen Mori und
seiner Mitschülerin Luna und verursacht eine Mischung aus Unbehagen
und Faszination, wie man sie im Comic selten erlebt. Der amerikanische
Verlag Vertical wiederum hat die ersten beiden Ausgaben einer auf acht
Bände ausgelegten "Buddha"-Biografie herausgegeben.
Manga-Altmeister Osamu Tezuka, vor allem bekannt durch seine "Astro-Boy"-Geschichten,
widmete sein Alterswerk dem Lebensweg des Religionsstifters. Bemerkenswert
an dieser biografischen Comicerzählung ist der Humor, mit dem Tezuka
das abenteuerliche Leben des Siddhartha zeichnet und erzählt. |
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Die
iranische Zeichnerin Marjane Satrapi emigrierte in ihrer Jugend nach Frankreich
und musste sich dort immer wieder mit Klischees und Vorurteilen ihrer
Heimat gegenüber auseinandersetzen. In dem im März bei Edition Moderne
erscheinenden ersten Band der vierteiligen Geschichte "Persepolis"
beleuchtet sie die politische und gesellschaftliche Geschichte Irans bis
in die Gegenwart. Die einfachen, plakativen Schwarzweiss-Zeichnungen präsentieren
ein anderes, sehr persönliches und eindrückliches Bild des Landes, das
sich 1979 durch eine Revolution seiner Monarchie entledigte und durch
den Krieg mit Irak in den Achtzigerjahren stark erschüttert wurde. Noch
bis zum 22. April zeigt das Literaturhaus in Stuttgart Vorabdrucke der
deutschsprachigen Ausgabe. Vom 19. März bis 9. Mai ist die Iranerin in
der umfassenden Ausstellung "Entfernte Nähe - Neue Positionen iranischer
Künstler" im Berliner Haus der Kulturen der Welt mit ihrer Arbeit vertreten.
Und schliesslich werden Satrapis Bilder in einer Einzelausstellung am
Luzerner Comix-Festival Fumetto vom 1. Mai bis ebenfalls 9. Mai zu sehen
sein.
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In
seiner Trilogie "Berlin", dessen erster Band
im letzten Jahr bei Carlsen erschien, erzählt der amerikanische Zeichner
Jason Lutes die Geschichte der Protagonisten
Marthe Müller und Kurt Severing vor der Kulisse des historischen
Berlins in der Zeit der Weimarer Republik (1928 bis 1933). Vom 1. bis
zum 31. März wird eine Auswahl seiner Originale zum Buch in Berlin
zu sehen sein. Die grosse Ausstellung, die neben seinen Bilder auch Skizzen
und Studien zum Band sowie historische Dokumente und Fotos präsentiert,
wird im Kulturkaufhaus Dussmann gezeigt. |
Jason
Lutes, "Berlin", Kulturkaufhaus Dussmann, Friedrichstr. 90, D-10117 Berlin,
www.kulturkaufhaus.de, www.carlsencomics.de. |
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Am
1. Mai öffnet das internationale Comix-Festival
Fumetto seine Tore und stellt bis zum 9. Mai das Schaffen internationaler
und schweizerischer Comic-Künstler an verschiedenen Ausstellungsorten
in Luzern vor. Zentrum des Festivals ist die bereits etablierte ÒKornschütteÓ,
die neben dem Fumettoshop, dem Comicladen Analph und der Signier-Area
auch die Wettbewerbsausstellung zum Thema "Camping" beheimatet. Stargast
ist in diesem Jahr der französische Künstler und Mitbegründer
des Verlags L'Association David B., dessen Werk mit einer grossen Bilderschau
bedacht wird. Daneben erfahren die Arbeiten junger spanischer Zeichner,
der Gastgruppe Südafrika und der jungen Hamburger Künstler Calle
Claus, Teer und Jule K. besondere Aufmerksamkeit. Den Bereich "Cartoon"
vertreten sowohl die Berliner Katz & Goldt als auch der Niederländer
Willem. M.S. Bastian zeigt Bilder seines neuen Buchs "Pulp", und Bruno
Moser, Reto Gloor und Massimo Milano präsentieren in ihrer Ausstellung
das jüngst bei Edition Moderne veröffentlichte Gemeinschaftswerk
"Vallat". Schliesslich wird auch der Zürcher Zeichner Matthias Gnehm
Bilder seiner neuesten, ebenfalls bei Edition Moderne publizierten Arbeit
ausstellen. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches Rahmenprogramm
während der zehn Tage für gute Unterhaltung. |
Internationales
Comix-Festival Fumetto, Postfach 2916, CH-6002 Luzern, www.fumetto.ch |
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Zum
11. Internationalen Comic-Salon geben sich vom
10. bis 13. Juni rund 100 Verlage, Händler und andere Messeaussteller
im süddeutschen Erlangen ein Stelldichein. Unter anderem wird das
Werk des Niederländers Joost Swarte in der grossen Galerie des Festivalortes
gezeigt. Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen, Filmen und
der Verleihung des Max-und-Moritz-Preises rundet die viertägige Messe
ab. Und da das Erlanger Festival vorrangig eine
Verkaufsmesse ist, darf man mit einer Vielzahl von Neuerscheinungen zu
diesem Termin rechnen. |
Internationaler
Comic-Salon, c/o Kultur- und Freizeitamt, Gebbertstr.1, D-91052 Erlangen,
www.comic-salon-de |